Pflanzliches Öl

Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL)
Pflanzliches Öl (Kaltpressung oder Raffination)

Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL) ist Wird durch Kaltpressung oder Lösungsmittelextraktion aus den Samen der Sojapflanze gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL  |  CAS: 8001-22-7  |  Auch bekannt als: Soybean Oil, Sojaöl, Soja-Öl, Glycine max seed oil, Soy oil, Huile de soja
Stoffklasse Pflanzliches Öl (Kaltpressung oder Raffination)
INCI-Name GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL
CAS-Nummer 8001-22-7
Komedogenitaet Grad 3 (mittel bis hoch)

Was ist Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL)?

Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA OIL) gehört zu den linolsäurereichsten pflanzlichen Ölen in der Kosmetik und wird seit Jahrtausenden in der asiatischen Hautpflege eingesetzt. Mit über 50% Omega-6-Fettsäuren ist es ein hochwirksamer Barriere-Reparateur, der die Ceramid-Synthese in der Hornschicht unterstützt. Besonders interessant sind die natürlich enthaltenen Isoflavone (Genistein, Daidzein) — pflanzliche Östrogen-Analoga, die in alternder Haut die Kollagenproduktion stimulieren können. Das Öl wird heute meist raffiniert, um Allergene zu entfernen, wobei die wertvollen unverseifbaren Bestandteile (Tocopherole, Phytosterole) erhalten bleiben.

Wusstest du? Sojabohnenöl war das erste pflanzliche Öl, das industriell hydriert wurde (1901 durch Wilhelm Normann). Diese Erfindung revolutionierte die Lebensmittelindustrie — hatte aber den unerwünschten Nebeneffekt, dass Trans-Fettsäuren entstanden. In der Kosmetik wird Sojaöl heute bewusst NICHT hydriert, um die wertvollen ungesättigten Fettsäuren zu erhalten.

Woher kommt Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL)?

Wird durch Kaltpressung oder Lösungsmittelextraktion aus den Samen der Sojapflanze gewonnen. Soja wurde bereits vor über 5000 Jahren in China kultiviert und ist heute eine der weltweit wichtigsten Ölpflanzen. Das kosmetisch verwendete Öl wird meist raffiniert, um Allergene und unerwünschte Geruchsstoffe zu entfernen. Der botanische Name lautet Glycine max (L.) Merr. (Familie: Fabaceae (Hülsenfrüchtler)). Verwendet wird: Samen (Sojabohnen). Hauptherkunftsregionen: Ursprünglich Ostasien (China, Japan, Korea), heute hauptsächlich USA, Brasilien, Argentinien. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL) auf zellulaerer Ebene?

Der extrem hohe Linolsäure-Anteil (über 50%) macht Sojaöl zu einem potenten Lipid-Lieferanten für die Hautbarriere. Linolsäure ist ein essentieller Bestandteil der Ceramide in der Hornschicht und wird bei trockener, zu Akne neigender Haut oft in zu geringen Mengen produziert. Das Öl penetriert in die oberen Hautschichten und liefert dort Bausteine für die Barrierelipide. Zusätzlich enthält Sojaöl natürliche Isoflavone (Genistein, Daidzein) und Vitamin E (Tocopherole), die antioxidativ wirken und freie Radikale abfangen.

So wirkt Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL) auf deine Haut

Barriere-Reparatur durch Linolsäure

Mit über 50% Linolsäure-Anteil liefert Sojaöl einen der wichtigsten Bausteine für Ceramide Typ 1 (EOS). Diese langkettigen Ceramide sind essentiell für eine intakte Hautbarriere. Bei Akne und atopischer Dermatitis ist der Linolsäure-Spiegel in der Haut oft erniedrigt — topische Zufuhr kann hier den transdermalen Wasserverlust um bis zu 20% reduzieren.

Phytoöstrogene für Hautelastizität

Die natürlich enthaltenen Isoflavone Genistein und Daidzein binden an Östrogenrezeptoren in der Haut und stimulieren die Fibroblasten-Aktivität. Studien zeigen, dass topisch applizierte Soja-Isoflavone die Kollagen-Typ-I-Synthese um bis zu 15% steigern können — besonders relevant für postmenopausale Haut mit sinkendem Östrogenspiegel.

Antioxidativer Schutz durch Tocopherole

Sojaöl enthält natürlicherweise 600-2000 mg/kg Vitamin E (hauptsächlich γ-Tocopherol). Dieses fängt Singulett-Sauerstoff und Peroxyl-Radikale ab, die durch UV-Strahlung entstehen. γ-Tocopherol ist dabei effektiver gegen Stickoxid-Radikale als α-Tocopherol und schützt so die Zellmembranen vor oxidativer Schädigung.

Okklusive Feuchtigkeitsbindung

Das Öl bildet einen semipermeablen Film auf der Hautoberfläche, der den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) reduziert, ohne die Haut vollständig abzudichten. Die Omega-6-Fettsäuren dringen dabei in die oberen Stratum-corneum-Schichten ein und verbessern die Flexibilität der Korneozyten.

Entzündungshemmung bei Dermatosen

Studien zeigen, dass topisches Sojaöl bei atopischer Dermatitis die Expression von IL-4 und IL-13 (entzündungsfördernde Zytokine) reduziert. Die Linolsäure wird zu Arachidonsäure metabolisiert, die wiederum zu entzündungshemmenden Lipoxinen umgewandelt wird — ein körpereigener Anti-Entzündungs-Mechanismus.

Fettsaeureprofil von Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL)

Linolsäure (Omega-6)
50-55%
Ölsäure (Omega-9)
20-25%
Palmitinsäure
10-12%
Linolensäure (Omega-3)
5-8%
Stearinsäure
3-5%

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 1-10% in Emulsionen und Seren, bis zu 30% in reinen Öl-Produkten, 5-15% in Reinigungsölen
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäss EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Raffiniertes Sojaöl gilt als sicher, jedoch muss auf Kennzeichnung geachtet werden bei Personen mit Soja-Allergie.

Fuer wen ist Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL) geeignet?

Trockene Haut

Der hohe Linolsäure-Gehalt hilft beim Wiederaufbau der Lipidbarriere und reduziert transepidermalen Wasserverlust.

Reife Haut

Isoflavone wirken östrogenartig (Phytoöstrogene) und können die Kollagensynthese in alternder Haut stimulieren.

Empfindliche Haut

Vitamin E und unverseifbare Bestandteile wirken entzündungshemmend und beruhigend bei gereizter Haut.

Normale Haut

Ausgewogenes Fettsäureprofil pflegt ohne zu beschweren und erhält das natürliche Gleichgewicht.

Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL) in deiner Routine

Reinigung (ölbasiert)

Als Make-up-Entferner oder Reinigungsöl: 2-3 ml auf trockene Haut auftragen, einmassieren und mit warmem Wasser emulgieren. Besonders geeignet für wasserfeste Produkte, da Linolsäure lipophile Pigmente löst.

Serum-Booster

1-2 Tropfen reines Sojaöl in wasserbasierende Seren mischen (z.B. Hyaluronsäure-Serum), um die Penetration lipophiler Wirkstoffe zu verbessern. Nicht bei zu Akne neigender Haut (Komedogenität 3).

Nachtpflege für trockene Haut

Als Gesichtsöl: 3-5 Tropfen auf noch feuchte Haut nach dem Serum auftragen. Die Omega-6-Fettsäuren arbeiten über Nacht am Barriere-Aufbau. Bei sehr trockener Haut mit Sheabutter mischen (2:1).

Körperöl nach dem Duschen

Auf noch feuchter Haut großzügig verteilen (ca. 5-10 ml für den ganzen Körper). Das Öl schließt die Feuchtigkeit ein und zieht innerhalb von 5-10 Minuten ein. Besonders wirksam bei Xerosis (krankhaft trockener Haut).

Lagerung: Lichtempfindlich und oxidationsanfällig aufgrund des hohen Anteils mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Kühl (unter 20°C) und dunkel lagern, idealerweise in Braunglas. Nach Anbruch innerhalb von 6 Monaten verbrauchen. Antioxidantien wie Vitamin E oder Rosmarinextrakt verlängern die Haltbarkeit. Eingefrorenes Sojaöl bleibt bis zu 2 Jahre stabil.

RAU Cosmetics Produkte mit Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL)

Haeufige Fragen zu Sojabohnenöl (GLYCINE SOJA (SOYBEAN) OIL)

Ist Sojaöl für zu Akne neigende Haut geeignet?

Nur bedingt. Sojaöl hat einen Komedogenitätsgrad von 3 (mittel-hoch) und kann bei zu Akne neigender Haut Unreinheiten verschlimmern. Paradoxerweise ist gerade diese Haut oft linolsäure-defizient — hier sind jedoch nicht-komedogene Linolsäure-Quellen wie Hagebuttenöl (Komedogenität 1) oder Traubenkernöl (Komedogenität 2) besser geeignet. Bei leichter Akne kann Sojaöl in niedriger Konzentration (1-3%) in Kombination mit Salicylsäure oder Niacinamid verwendet werden.

Kann Sojaöl in Kosmetik Allergien auslösen?

Raffiniertes Sojaöl enthält kaum noch Proteine und ist daher für die meisten Menschen mit Soja-Allergie verträglich. Die allergieauslösenden Komponenten (hauptsächlich Gly m 4 und Gly m 5) werden bei der Raffination fast vollständig entfernt. Kaltgepresstes, unraffiniertes Sojaöl sollte bei bekannter Soja-Allergie jedoch gemieden werden. In der EU müssen Kosmetika mit Soja-Bestandteilen entsprechend gekennzeichnet sein.

Wirken die Phytoöstrogene in Sojaöl hormonell?

Die Isoflavone in Sojaöl (Genistein, Daidzein) haben eine 1000-fach schwächere östrogene Wirkung als körpereigenes Östradiol und wirken hauptsächlich lokal in der Haut. Bei topischer Anwendung ist keine systemische hormonelle Wirkung zu erwarten. Die Bindung an Hautrezeptoren (ER-β) stimuliert dort die Kollagensynthese und Hautdichte, ohne den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Dennoch sollten Personen mit hormonabhängigen Erkrankungen (z.B. bestimmte Brustkrebsformen) vorsichtshalber ärztlich Rücksprache halten.

Wie schnell oxidiert Sojaöl und wie erkenne ich das?

Der Omega-3-Anteil (5-8% Linolensäure) macht Sojaöl anfälliger für Oxidation als gesättigte Öle. Anzeichen sind ranziger Geruch (ähnlich wie alte Nüsse), Farbveränderung (dunkler, bräunlich) und dickere Konsistenz. Raffiniertes Sojaöl mit zugesetztem Vitamin E ist stabiler (Haltbarkeit ca. 12-18 Monate kühl und dunkel gelagert). Nach Anbruch innerhalb von 6 Monaten verbrauchen. Oxidierte Öle enthalten Lipidperoxide, die hautreizend wirken und freie Radikale bilden — dann nicht mehr verwenden.

Warum enthält Sojaöl mehr Linolsäure als die Haut selbst?

Die Haut enthält hauptsächlich Ceramide mit längerkettigen Fettsäuren (C22-C26) und nur etwa 10-15% Linolsäure in den epidermalen Lipiden. Sojaöl liefert Linolsäure als Rohstoff, der in der Haut enzymatisch zu längerkettigen Ceramid-Bestandteilen umgebaut wird. Dieser Umbau geschieht über die Enzyme Elongase und Desaturase in den Keratinozyten. Bei gestörter Barriere (Neurodermitis, Psoriasis) ist dieser Stoffwechselweg oft beeinträchtigt — topische Linolsäure kann hier kompensatorisch wirken.

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