Sodium Lauroyl Sarcosinate
Anionisches Aminosäure-Tensid
Sodium Lauroyl Sarcosinate ist Wird durch chemische Kondensation der Aminosäure Sarkosin (N-Methylglycin) mit Laurinsäure hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.
Was ist Sodium Lauroyl Sarcosinate?
Sodium Lauroyl Sarcosinate ist ein anionisches Aminosäure-Tensid, das durch chemische Verknüpfung der Aminosäure Sarkosin (N-Methylglycin) mit Laurinsäure entsteht. Es wurde in den 1940er Jahren als mildere Alternative zu aggressiven Sulfat-Tensiden entwickelt und hat sich seither als Goldstandard für sulfatfreie Reinigungsprodukte etabliert. Die Besonderheit liegt in der Amid-Bindung zwischen Aminosäure und Fettsäure, die dem Molekül eine deutlich hautfreundlichere Struktur verleiht als klassische Sulfate. In der Kosmetikindustrie wird es besonders in Premium-Formulierungen für empfindliche Haut, coloriertes Haar und tägliche Gesichtsreinigung eingesetzt. Die Kombination aus effektiver Reinigungsleistung und minimaler Hautreizung macht es zu einem der meistverwendeten Tenside in hautvertraeglichen Produkten.
Woher kommt Sodium Lauroyl Sarcosinate?
Wird durch chemische Kondensation der Aminosäure Sarkosin (N-Methylglycin) mit Laurinsäure hergestellt. Die Laurinsäure stammt typischerweise aus Kokos- oder Palmkernöl, während Sarkosin synthetisch aus Glycin gewonnen wird. Das resultierende Tensid vereint die milde Reinigungskraft von Aminosäuren mit der schaumbildenden Eigenschaft klassischer Sulfate. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.
Wie wirkt Sodium Lauroyl Sarcosinate auf zellulaerer Ebene?
Lagert sich mit seiner amphiphilen Struktur an die Haut-Lipid-Barriere an, wobei die hydrophile Carboxylat-Gruppe nach außen weist und die lipophile Lauryl-Kette in die Lipidschicht eindringt. Dies ermöglicht eine effektive Emulgierung von Schmutz und Talg, ohne die Hautbarriere so stark zu entfetten wie klassische Sulfat-Tenside. Die Amid-Bindung zwischen Sarkosin und Laurinsäure macht das Molekül stabiler gegen enzymatischen Abbau und weniger reizend als einfache Sulfate, da es einen neutraleren pH-Wert aufweist und keine freien Sulfatgruppen enthält.
So wirkt Sodium Lauroyl Sarcosinate auf deine Haut
Milde, effektive Reinigung
Bildet kleinere Mizellen als SLS (Natriumlaurylsulfat), wodurch Schmutzpartikel und Talg sanfter emulgiert werden. Die Aminosäure-Struktur ermöglicht eine Reinigungsleistung bei niedrigeren Konzentrationen, was die Hautbarriere schont. Der pH-Wert liegt näher am physiologischen Bereich der Haut (pH 5,5), wodurch weniger Irritationen auftreten als bei stark alkalischen Tensiden.
Reduzierte Hautreizung
Klinische Studien zeigen, dass Sodium Lauroyl Sarcosinate den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) um bis zu 30% weniger erhöht als SLS bei gleicher Reinigungsleistung. Die Amid-Bindung verhindert die vollständige Denaturierung von Hautproteinen, die bei aggressiven Tensiden zu Rötungen und Spannungsgefühl führt. Besonders geeignet für Haut mit gestörter Barrierefunktion (Neurodermitis, Rosazea).
Kontrollierte Schaumbildung
Erzeugt einen feinen, cremigen Schaum mit kleinerer Blasengröße als klassische Sulfate. Dies resultiert aus der spezifischen molekularen Geometrie, die weniger Luft einschließt, aber eine höhere Reinigungswirkung pro Schaumbläschen bietet. Der Schaum ist stabiler und kollabiert nicht so schnell, was eine längere Kontaktzeit mit der Haut ermöglicht – ideal für gründliche, aber schonende Reinigung.
Feuchtigkeitserhalt
Im Gegensatz zu entfettenden Sulfaten hinterlässt Sodium Lauroyl Sarcosinate einen dünnen, konditionierenden Film auf der Haut. Dieser Film besteht aus nicht vollständig abgespülten Tensid-Molekülen, die wie ein milder Okklusions-Schutz wirken und den Wasserverlust reduzieren. Die Aminosäure-Komponente bindet zudem aktiv Feuchtigkeit und unterstützt die natürliche Feuchtigkeitsregulation der Haut.
Biologische Abbaubarkeit
Wird durch mikrobielle Esterasen und Amidasen in Sarkosin, Laurinsäure und anorganische Salze zerlegt. Die Abbaurate in Kläranlagen liegt bei über 90% innerhalb von 28 Tagen (OECD-Test 301), was es zu einem umweltfreundlicheren Tensid als persistente Sulfate macht. Die Metaboliten sind ungiftig und werden vollständig mineralisiert, ohne aquatische Ökosysteme zu belasten.
Dosierung & Regulierung
Fuer wen ist Sodium Lauroyl Sarcosinate geeignet?
Deutlich milder als SLS/SLES, da die Aminosäure-Struktur die Hautbarriere weniger angreift und den pH-Wert weniger stark verschiebt.
Reinigt Talg und Ablagerungen effektiv, ohne die Haut auszutrocknen – verhindert den Rebound-Effekt übermäßiger Talgproduktion nach aggressiver Reinigung.
Ideales Allround-Tensid für die tägliche Reinigung mit ausgeglichenem Reinigungsvermögen und Hautverträglichkeit.
Weniger entfettend als klassische Sulfate, da die Amid-Bindung die Mizell-Bildung kontrollierter gestaltet und weniger Lipide aus der Hornschicht löst.
Sodium Lauroyl Sarcosinate in deiner Routine
Gesichtsreinigung morgens/abends
1-2 Pumpstöße des Reinigers in feuchten Händen aufschäumen, auf das angefeuchtete Gesicht auftragen und 30-60 Sekunden sanft einmassieren. Gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen. Aufgrund der milden Reinigung kann es 2x täglich ohne Austrocknungseffekt verwendet werden.
Körperreinigung
Etwa 5-10 ml Duschgel auf feuchte Haut auftragen, aufschäumen und einmassieren. Besonders für empfindliche Körperpartien (Dekolleté, innere Arme) geeignet, da keine Überreinigung stattfindet. Nach dem Duschen ist weniger intensive Nachpflege nötig als bei sulfathaltigen Produkten.
Haarwäsche (in milden Shampoos)
10-15 ml Shampoo auf das nasse Haar auftragen, sanft in die Kopfhaut einmassieren und 1-2 Minuten einwirken lassen. Eignet sich besonders für coloriertes Haar, da es Farbpigmente weniger aggressiv auswäscht als SLS. Bei fettiger Kopfhaut kann täglich angewendet werden, ohne die Talgproduktion anzuregen.
Rasurpräparate
In Rasierschäumen sorgt es für einen stabilen, gleitfähigen Schaum, der die Rasierklinge schützt und Irritationen minimiert. Die milde Tensid-Wirkung verhindert, dass die frisch rasierte Haut austrocknet oder brennt. Nach der Rasur genügt eine leichte Feuchtigkeitspflege.
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RAU CosmeticsHaeufige Fragen zu Sodium Lauroyl Sarcosinate
Ist Sodium Lauroyl Sarcosinate dasselbe wie SLS (Sodium Lauryl Sulfate)?
Nein, chemisch und funktional unterscheiden sie sich erheblich. SLS ist ein Sulfat-Tensid mit direkter Schwefel-Sauerstoff-Bindung, während Sodium Lauroyl Sarcosinate ein Aminosäure-Derivat mit Amid-Bindung ist. Diese Struktur macht es etwa 40-50% milder als SLS bei vergleichbarer Reinigungsleistung. Der pH-Wert liegt näher am Hautniveau, und es entfettet die Haut weniger aggressiv. Sodium Lauroyl Sarcosinate wird oft in 'sulfatfreien' Formulierungen verwendet, auch wenn es technisch ein anionisches Tensid bleibt.
Kann es zu Augenreizungen kommen wie bei anderen Tensiden?
Sodium Lauroyl Sarcosinate ist deutlich augenverträglicher als klassische Sulfate, kann aber bei direktem Kontakt in hoher Konzentration (>10%) noch leichte Reizungen verursachen. Der Draize-Test zeigt einen Augenreizungsindex von etwa 2-3 (auf einer Skala bis 10), während SLS bei 7-8 liegt. In Gesichtsreinigern mit typischen Konzentrationen von 5-8% sind Augenreizungen selten und deutlich milder. Bei versehentlichem Kontakt sollte dennoch gründlich mit Wasser gespült werden.
Warum schäumt es weniger stark als SLS, ist die Reinigungswirkung dann schlechter?
Die Schaumbildung ist kein Indikator für Reinigungsleistung – das ist ein Marketing-Mythos. Sodium Lauroyl Sarcosinate bildet kleinere, dichtere Schaumbläschen mit höherer Oberflächenaktivität pro Volumeneinheit. Die kritische Mizellbildungskonzentration (CMC) liegt bei etwa 14 mM, verglichen mit SLS bei 8 mM, was bedeutet, dass weniger Tensid-Moleküle benötigt werden, um die gleiche Reinigungswirkung zu erzielen. Der cremige, weniger voluminöse Schaum reinigt ebenso gründlich, belastet aber die Haut weniger.
Ist es sicher für coloriertes oder chemisch behandeltes Haar?
Ja, es ist sogar besonders geeignet für coloriertes Haar. Die milde Tensid-Struktur öffnet die Haarschuppenschicht weniger weit als aggressive Sulfate, wodurch künstliche Farbpigmente langsamer ausgewaschen werden. Studien zeigen, dass Shampoos mit Sodium Lauroyl Sarcosinate die Farbbeständigkeit um bis zu 25% verlängern können im Vergleich zu SLS-haltigen Produkten. Auch bei chemisch geglättetem oder dauergewelltem Haar ist es schonender, da es die bereits geschwächte Haarstruktur nicht zusätzlich aufraut.
Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Tensiden in Formulierungen?
Sodium Lauroyl Sarcosinate wird häufig als Co-Tensid mit milden nichtionischen oder amphoteren Tensiden kombiniert (z.B. Cocamidopropyl Betaine, Decyl Glucoside). Diese Kombinationen ergeben synergistische Effekte: bessere Schaumstabilität, höhere Viskosität und ausgeglichenere Reinigungsleistung. Es sollte nicht mit kationischen Tensiden oder stark sauren Inhaltsstoffen (pH <4) kombiniert werden, da dies zur Ausflockung führen kann. In Formulierungen mit AHAs oder BHAs (pH 3-4) ist Vorsicht geboten – hier sind nichtionische Tenside besser geeignet.
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