Algen
Meerespflanzen-Extrakt (Makro- und Mikroalgen)
Algen ist Werden durch Wasserdampfdestillation oder enzymatische Extraktion aus frischen oder getrockneten Meeresalgen gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.
Was ist Algen?
Algen – ob als majestätische Braunalge vor der bretonischen Küste oder als mikroskopische Spirulina in asiatischen Aquakulturen – zählen zu den ältesten Lebensformen der Erde und haben über 3 Milliarden Jahre Evolution perfektionierte Schutzmechanismen entwickelt. In der Kosmetik werden sie seit den 1960er Jahren eingesetzt, als bretonische Thalasso-Zentren ihre regenerierenden Eigenschaften entdeckten. Das Besondere: Algen produzieren Polysaccharide (Fucoidane, Alginate, Carrageen), die in dieser Komplexität in Landpflanzen nicht vorkommen. Diese Makromoleküle können bis zum 1000-fachen ihres Eigengewichts an Wasser binden und bilden einen semi-okklusiven Film, der die Hautbarriere stärkt. Moderne Extrakte setzen auf enzymatische Kaltverfahren, um hitzeempfindliche Wirkstoffe wie Phlorotannine (starke Antioxidantien) und Mycosporin-ähnliche Aminosäuren (natürlicher UV-Schutz) zu bewahren.
Woher kommt Algen?
Werden durch Wasserdampfdestillation oder enzymatische Extraktion aus frischen oder getrockneten Meeresalgen gewonnen. Die bioaktiven Polysaccharide (Fucoidane, Alginate, Carrageen) bleiben dabei weitgehend intakt. Viele Kosmetikhersteller setzen auf nachhaltige Aquakultur statt Wildsammlung. Der botanische Name lautet Verschiedene Spezies (z.B. Laminaria digitata, Chlorella vulgaris, Spirulina platensis) (Familie: Phaeophyceae (Braunalgen), Chlorophyceae (Grünalgen), Rhodophyceae (Rotalgen)). Verwendet wird: Gesamte Pflanze (Thallus). Hauptherkunftsregionen: Atlantik, Pazifik, Mittelmeer, kontrollierte Aquakulturen in Asien und Europa. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.
Wie wirkt Algen auf zellulaerer Ebene?
Algen-Polysaccharide bilden einen hygroskopischen Film auf der Haut, der Feuchtigkeit aus der Umgebung bindet und transepidermalen Wasserverlust reduziert. Fucoidane hemmen die Hyaluronidase, wodurch körpereigene Hyaluronsäure langsamer abgebaut wird. Phlorotannine (aus Braunalgen) wirken als ROS-Fänger und schützen Fibroblasten vor oxidativem Stress durch UV-Strahlung.
So wirkt Algen auf deine Haut
Tiefenwirksame Hydratation
Algen-Polysaccharide bilden ein dreidimensionales Netzwerk auf der Hautoberfläche, das Wassermoleküle einschließt. Anders als einfache Humectants ziehen sie Feuchtigkeit nicht nur an, sondern verhindern auch deren Verdunstung durch Bildung eines semi-okklusiven Films. Nach regelmäßiger Anwendung zeigt sich die Haut praller und geschmeidiger.
Anti-Pollution-Schutz
Sulfatierte Polysaccharide wie Fucoidane bilden eine unsichtbare Schutzschicht, die Schwermetallionen und Feinstaub-Partikel bindet und deren Eindringen in die Haut verhindert. Gleichzeitig neutralisieren antioxidative Phlorotannine freie Radikale, die durch Luftverschmutzung entstehen. Dies reduziert vorzeitige Hautalterung in urbanen Umgebungen.
Kollagen-Protektion
Brainalgen-Extrakte hemmen spezifisch die Matrix-Metalloproteasen MMP-1 und MMP-3, die für den Abbau von Kollagen und Elastin verantwortlich sind. Dieser enzymatische Schutzmechanismus verlangsamt die Faltenbildung effektiver als viele synthetische Anti-Aging-Wirkstoffe. Nach mehrwöchiger Anwendung kann die Hautelastizität messbar zunehmen.
Entzündungshemmung
Phlorotannine aus Braunalgen blockieren den NF-κB-Signalweg, einen zentralen Entzündungsmediator. Dies reduziert die Produktion von Interleukinen (IL-6, IL-8) und TNF-α in gereizter Haut. Besonders bei Rosacea oder nach intensiver Sonneneinstrahlung zeigt sich ein beruhigender Effekt.
UV-Schutz von innen
Mycosporin-ähnliche Aminosäuren (MAAs) aus Rotalgen absorbieren UV-Strahlung im Bereich 310-360 nm und schützen Hautzellen vor DNA-Schäden. Sie ergänzen mineralische oder chemische UV-Filter, können diese aber nicht ersetzen. Nach regelmäßiger Anwendung zeigt sich eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Sonnenbrand.
Dosierung & Regulierung
Fuer wen ist Algen geeignet?
Die wasserbindenden Polysaccharide speichern bis zum 1000-fachen ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit und stärken die Hautbarriere langanhaltend.
Fucoidane hemmen den enzymatischen Abbau von Hyaluronsäure und Kollagen, wodurch die Hautelastizität länger erhalten bleibt.
Die entzündungshemmenden Phlorotannine beruhigen Irritationen und reduzieren die Freisetzung von Histamin bei allergischen Reaktionen.
Marine Peptide aus Mikroalgen stimulieren die Produktion von Stressproteinen (HSP70), die Hautzellen vor Umweltstress schützen.
Algen in deiner Routine
Morgens: Serum auftragen
2-3 Tropfen Algen-Serum auf die gereinigte, noch leicht feuchte Haut auftragen. Die Polysaccharide binden die Restfeuchtigkeit und verstärken den Hydratationseffekt.
Vor der Sonnencreme
Immer unter dem UV-Schutz anwenden, da Algen-Extrakte zwar antioxidativ wirken, aber keinen ausreichenden Lichtschutzfaktor bieten. Sie verstärken aber die Schutzwirkung deiner Sonnencreme.
Abends: Als Maske intensivieren
1-2x wöchentlich eine Algen-Maske für 15-20 Minuten auftragen. Die längere Einwirkzeit ermöglicht den Polysacchariden, tief in die Hornschicht einzudringen und dort ein Feuchtigkeitsdepot zu bilden.
Kombination mit Vitamin C
Algen-Extrakte stabilisieren ascorbinsäure-haltige Formulierungen und verstärken deren antioxidative Wirkung. Ideal als morgendliche Kombi gegen freie Radikale.
RAU Cosmetics Produkte mit Algen
Haeufige Fragen zu Algen
Können Algen-Extrakte Jod-Allergien auslösen?
Tatsächlich enthalten Meeresalgen natürliches Jod, allerdings in sehr unterschiedlichen Konzentrationen je nach Spezies. Braunalgen (z.B. Laminaria) haben höhere Jodgehalte als Grün- oder Rotalgen. In kosmetischen Extrakten wird der Jodgehalt meist durch Reinigungsverfahren deutlich reduziert. Menschen mit bekannter Jod-Allergie oder Schilddrüsenerkrankungen sollten dennoch die INCI-Liste prüfen und im Zweifel auf Chlorella- oder Spirulina-Extrakte (niedriger Jodgehalt) ausweichen.
Warum riechen manche Algen-Produkte nach Meer?
Der typische maritime Geruch stammt von schwefelhaltigen Verbindungen wie Dimethylsulfid (DMS), die Algen als Stoffwechselprodukte bilden. Hochwertige Extrakte werden durch Aktivkohle-Filtration oder CO2-Extraktion geruchsneutralisiert. Wenn ein Produkt stark nach Algen riecht, deutet das auf ein weniger raffiniertes Extrakt hin – nicht unbedingt ein Qualitätsmangel, aber nicht jedermanns Sache.
Sind Süßwasser-Algen (Chlorella, Spirulina) genauso wirksam wie Meeresalgen?
Süßwasser-Mikroalgen enthalten andere Bioaktivstoffe als marine Makroalgen. Chlorella ist reich an Wachstumsfaktoren (CGF = Chlorella Growth Factor) und Proteinen, während Spirulina hohe Konzentrationen an Phycocyanin (entzündungshemmend) bietet. Meeresalgen punkten hingegen mit Fucoidanen und Carrageen. Beide Gruppen sind wirksam, aber für unterschiedliche Hautbedürfnisse: Süßwasser-Algen eher für Regeneration, Meeresalgen für Hydratation und Barrier-Schutz.
Können Algen-Extrakte die Haut grün färben?
Nein, kosmetische Algen-Extrakte sind hochgereinigt und farblos bis leicht gelblich. Die grüne Farbe mancher Produkte stammt von zugesetzten Farbstoffen (meist CI 19140 oder Chlorophyll) für die Ästhetik. Selbst chlorophyllreiche Mikroalgen wie Chlorella hinterlassen nach dem Einziehen keine Verfärbung auf der Haut.
Wie nachhaltig ist die Gewinnung von Algen für Kosmetik?
Nachhaltige Algen-Kosmetik setzt auf zertifizierte Aquakulturen statt Wildsammlung, um marine Ökosysteme zu schonen. Algen wachsen extrem schnell (manche Arten bis zu 60 cm pro Tag), benötigen kein Süßwasser, keinen Dünger und binden beim Wachstum CO2. Achte auf Siegel wie 'Friend of the Sea' oder 'ASC' (Aquaculture Stewardship Council). Wildsammlung aus geschützten Gewässern ist problematisch und mittlerweile selten.
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